Höhere Temperaturen, mehr Herzinfarkte


Klimawandel beeinflusst Gesundheit
Höhere Temperaturen, mehr Herzinfarkte

Steigen mit dem Klimawandel die Durchschnittstemperaturen, wirkt sich das auch auf die Gesundheit aus. Was das z.B. für die Herzinfarktraten bedeutet, untersuchte nun eine Studiengruppe aus Augsburg – und präsentierte ganz konkrete Zahlen.

Temperaturanstieg um 3 Grad zeigt deutliche Auswirkungen

Mit dem Thema Klimawandel müssen sich auch Ärzte zunehmend auseinandersetzen – denn die ansteigenden Temperaturen sind gerade für ältere Menschen und Kranke belastend. Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Augsburg wollte nun ganz konkret wissen, ob sich eine Temperaturerhöhung auf die Anzahl an Herzinfarkten auswirkt. Ihr Ergebnis: Werden die Ziele des Parisers Klimaabkommen eingehalten und die Temperaturerhöhung bleibt dauerhaft unter 2 Grad, ist mit keinem Anstieg der Herzinfarktraten zu rechnen. Schon bei einem Grad mehr rechnen die Forscher allerdings allein in der Region Augsburg mit 63 zusätzlichen temperaturbedingten Herzinfarkten pro Jahrzehnt – also zusätzlichen 1000 Herzinfarkten in ganz Deutschland.

Ärzte gegen den Klimawandel?

Da in der Untersuchung nur Menschen unter 75 Jahren berücksichtigt wurden, halten die Autoren das Ergebnis sogar für eine vorsichtige Schätzung – immerhin leiden ältere Patienten besonders unter hohen Temperaturen. Für die Autoren der Studie ist das Ergebnis ein Signal, dass sich auch Ärzte mehr gegen den Klimawandel einsetzen sollten. Diese hätten das nötige Fachwissen, um über mögliche Gesundheitsrisiken aufzuklären und würden in der Bevölkerung breites Vertrauen genießen.

Gefahr für die globale Gesundheit

Auch die Organisation „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/ Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW)“ schätzt den Klimawandel als Bedrohung für die weltweite Gesundheit ein. IPPNW-Vorstandsmitglied Katja Goebbels muss dabei gar nicht in die Zukunft blicken: „Der Klimawandel hat bereits jetzt ernsthafte Auswirkungen auf das menschliche Leben und die Gesundheit, zum Beispiel durch die Hitzewellen“. So gingen allein im Sommer 2018 500 zusätzliche Tote auf das Konto der extremen Temperaturen.  

Quelle: Ärzteblatt

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